This post is also available in: Englisch

Die Ski- und Snowboardsaison ist in vollem Schwung und für dieses bisschen extra Spass empfehle ich dir, beim nächsten Skitrip auch mal die Kamera mit in den Rucksack zu packen.

Ich hatte die Chance sowohl in Whistler als auch im Marmot Basin Skigebiet in Jasper einige extrem talentierte Skifahrer und Snowboarder zu beobachten und habe dabei für euch einige Tipps für bessere Ski- und Snowboard Fotos gesammelt. Auf folgende Dinge sollte man also Acht geben, wenn man auf der Piste fotografiert:

1. Farbe, Farbe, Farbe!

Zum Glück ist ein Grossteil der Ski- und Snowboardausrüstung schon mal ziemlich farbig und es ist nicht schwierig jemanden zu finden, der in knallpink die Pisten runter kurvt. Genauso viele Leute entscheiden sich aber auch für dunklere Farben wie schwarz oder braun, was es schwierig macht, diese Personen vom Hintergrund abzuheben. Achte also darauf, dass dein Subjekt knallige Farben trägt, sodass der Skifahrer oder Snowboarder aus der weiss, schwarz und bläulichen Umgebung heraussticht.

skisnowboard-2

2. Frontalansicht

Denkt dran, Gesichter machen sich auf Fotos besser als Hinterteile und fügen noch eine Portion Emotion hinzu. Fotografier daher die Schneekünstler von vorne statt von hinten.

3. Achte auf die Belichtung

Fotografieren im Schnee ist eine knifflige Angelegenheit und da Schnee und Himmel bereits extrem hell sind, denkt die Kamera, dass sie da nicht mehr gross zusätzlich belichten muss. Das Resultat sind graue Fotos und oft muss man daher ziemlich stark überbelichten, um dies zu korrigieren. Wenn man also Winterlandschaften fotografiert ist eine Belichtungskorrektur von +1 bis +2 nötig, um das Bild von grau in das korrekte Weiss zu verwandeln.

4. Näher ran – an den Boarder und den Boden

Um Jumps beeindruckender und höher erscheinen zu lassen, fotografiere aus einer tieferen Position und bewege dich näher an das Subjekt ran. Für einen super dramatischen Effekt benutzt man dafür ein Fisheye- oder Weitwinkelobjektiv, aber auch ein 70-200mm Objektiv eignet sich bestens für die Ski- und Snowboardfotografie.

5. Finde einen sauberen Hintergrund

Bei der Ski- und Snowboardfotografie steht natürlich die Action im Vordergrund und der Fokus des Fotos sollte der Snowboarder oder Skifahrer sein. Achte daher darauf, den Hintergrund simpel und sauber zu halten, denn je unordentlicher/chaotischer dieser ist, desto mehr lenkt er vom Subjekt des Fotos ab. Das heisst natürlich nicht, dass du gar keinen Hintergrund miteinbeziehen solltest. Es ist nämlich immer eine gute Idee mit dem Foto eine Geschichte zu erzählen und zu zeigen, von wo eine Person kommt und wo sie sich hin bewegt.

A Snowboarder on the slopes of Marmot Basin in Jasper

6. Verschlusszeit auf Lichtgeschwindigkeit

Fotografiert man Subjekte, die sich erratisch und schnell bewegen – wie in diesem Fall Skifahrer und Snowboarder auf den Jumps – ist eine ultra-schnelle Verschlusszeit notwendig, um ein scharfes Bild ohne Bewegungsverzerrung einzufangen. Möchte man die Action einfrieren, beginnt man also am besten um 1/1000 und passt die Einstellungen nach einigen Testshots weiter an. Natürlich hängen diese Einstellungen schlussendlich auch von der Tageszeit und der Stärke der Bewölkung ab und es gibt daher nicht das perfekte Einstellungs-Rezept, welches in jeder Situation funktioniert. Hat man eine DSLR, fotografiert man am besten im Blendenautomatik Modus oder mittels manueller Belichtungseinstellung, hat man eine Kompaktkamera, wählt man den Sport Mode für eine schnellere Verschlusszeit..

7. Bring genügend Batterien mit

Kalte Temperaturen sind wortwörtlich der Tod der Batterien. In Kanada im Marmot Basin Skigebiet habe ich bei -20°C fotografiert und konnte nur ungefähr 60% der ursprünglichen Ladung nutzen. Nimm also mindestens eine, besser zwei extra Batterien mit und steck sie in eine Innentasche der Jacke nahe am Körper, um sie vor der Kälte zu schützen.

skiers on a ski lift in Whistler

8. Wähle die Tiefenschärfe weise

Man kann einen chaotischen Hintergrund weniger störend erscheinen lassen, indem man einen tieferen Blendenwert (grosse Blendenöffnung) bzw. eine geringere Tiefenschärfe wählt, oder genau das Umgekehrte erreichen, wenn man mit einer kleineren Blendenöffnung so viel wie möglich scharf stellt. Stell dir zunächst vor, wie dein Bild aussehen soll und ändere die Einstellungen entsprechend.

9. Finde und halte den Fokus

Falls man mit der neuen 7D Mark II fotografiert, braucht man sich hier gar keine Sorgen zu machen, denn das Fokus Tracking entlang der 65 Kreuzsensoren behält das Subjekt effizient im Fokus. Aber egal welche Kamera man benutzt, ich schlage vor, AI Servo für ein kontinuierliches Autofokus-Tracking zu wählen. Wenn sich der Snowboarder oder Skifahrer also auf dich zu oder von dir weg bewegt, wird die Kamera den Fokus kontinuierlich aktualisieren. Wenn du genau weisst, wo sich das Subjekt befinden wird oder dieses urplötzlich im Bild erscheinen wird, kannst du auch auf einen bestimmten Punkt vorfokussieren und so verhindern, dass du einen wichtigen Moment verpasst.

Skier doing a jump in Whistler, Canada

10. Schiess mehrere Frames

Nimm so viele Bilder pro Sekunde auf, wie es deine Kamera erlaubt, um jede Bewegung des Snowboarders oder Skiers festzuhalten und keinen wichtigen Moment zu verpassen. Hoffentlich kannst du so auch den Höhepunkt eines Jumps einfangen! Millisekunden können hier den Unterschied zwischen einem guten Foto und einem herausragenden Foto ausmachen und im Burst-Modus fotografieren erhöht die Chancen auf ein perfektes Bild.

So, das war’s von mir – jetzt liegt es an dir auf die Pisten zu gehen und die Tipps umzusetzen. Vergiss auch nicht, dich warm einzupacken. Während sich die Snowboarder und Skifahrer bewegen, wirst du nämlich im kalten Schnee rumsitzen oder stehen. Und sind wir mal ehrlich, fotografieren macht mehr Spass, wenn man einem nicht die Zähne klappern. Bring also eine zusätzliche Schicht Kleidung mit und stay warm!

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

CommentLuv badge