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Neulich schrieb ich einen Beitrag mit dem Titel „Ladies und Gentlemen, eure Kameras sind in Ordnung!“ und habe da den oft so präsenten Gruppendruck, sich eine noch teurere, noch etwas „bessere“ Kamera zu kaufen, angesprochen. In dem Artikel habe ich schlussendlich geschrieben, dass man keine High-End Kamera braucht, um wundervolle Fotos zu schiessen und habe euch alle dazu ermutigt, mit der Kamera zu üben und zu arbeiten die ihr bereits habt. Ich habe da anscheinend vielen von euch aus der Seele gesprochen und der Beitrag hat grossen Anklang gefunden. Wer den Artikel noch nicht gesehen hat, sollte den also unbedingt noch nachlesen.

In besagtem Artikel habe ich auch erwähnt, dass die Canon 700D bzw. die T5i, die mir in den letzten zwei Jahren bei viel hartem Einsatz gut gedient hat, langsam den Geist aufgibt. Ich schleppte die Kamera durch Wüsten, tropische Regenwälder und Winterlandschaften bei Minus 40 Grad – das gute Ding hat also so einiges mitgemacht. Ich nannte die 700D oft liebevoll und ein bisschen frustriert „ein Stück Scheisse“ aber um ehrlich zu sein hat diese Kamera mir eine ganze Menge beigebracht und meine Kreativität unglaublich gefördert. Ich konnte nie die einfache Route wählen und musste immer etwas härter für meine Fotos arbeiten. Auf jeden Fall hat das letzte Stündchen dieser Kamera bald geschlagen.

Gestern habe ich mir dann also die neue 7D Mark II gekauft, eine Kamera, die schon vor dem Verkaufsstart Anfang November unglaublich gehypt wurde.

7d mark II

7d mark II

Warum ich mich gegen einen Full-Frame Sensor und wieder für einen Crop Sensor entschieden habe

Ehrlich gesagt ist das einfach meine persönliche Präferenz. Als Reisefotografin fotografiere ich durchs Band so ziemlich alles, von Landschaften und Wildtieren bis hin zu Portraits, Action und auch mal etwas Strassenfotografie. Ich kann sowohl mit Crop- als auch Full Frame Sensoren arbeiten, aber ich liebe die Vielseitigkeit der 7D Mark II und mag das bisschen extra Zoom, den mir der 1.6x Crop-Faktor gibt. Ich werde in der Lage sein die 7D Mark II in allen möglichen Situationen einzusetzen und muss auch einige der Objektive, die ich bereits habe, nicht ersetzen.

So, reden wir mal darüber, was die 7D Mark II alles kann

 

In der folgenden Tabelle könnt ihr auch noch alle Angaben, die wir im Video angesprochen haben, aufgelistet sehen und mit einigen weiteren beliebten Canon Modellen vergleichen.

Canon Specs and Comparison 7D Mark II

Erwähnenswert sind auch:

  • Der eingebaute GPS-Empfänger
  • Ein im Menü integrierter Intervalometer (Intervall Timer) und Bulb Timer
  • Das Magnesiumgehäuse und ein verbesserter Staub- und Wetterschutz, der laut Canon sogar vier mal besser ist als jener der originalen 7D.
  • Zwei Speicherkartensteckplätze für eine CF und eine SD/SDHC/SDXC Speicherkarte
  • Der Autofokus mit 65 Kreuzsensoren und der neue Joystick mit Hebel der eine schnelle Bereichsauswahl ermöglicht
  • Anti Flicker Modus
  • USB 3.0

Die 7D Mark II bringt also Qualitätsverbesserungen, die wir bisher nur in Vollformat Sensoren gesehen haben und die für eine APS-C DSLR ziemlich revolutionär sind. Sie kommt an die teureren Full-Frame Modelle ziemlich nahe ran und ist mit 1799 USD (Stand: Dezember 2014) um einiges billiger als zum Beispiel die 5D Mark III, welche 3399$ kostet oder die 1D X, die mit 6799$ zu Buche schlägt.

Was mich am meisten begeistert

Der Viewfinder (Sucher): Der Viewfinder meiner alten 700D zeigt nur 95% des tatsächlichen Bildes an, wohingegen die 7D Mark II eine 100% Bildabdeckung mit 1.00fach Vergrösserung bietet. Vorbei ist es mit unangenehmen Überraschungen am Rande eines Bildes. Endlich kann ich das tatsächliche Endprodukt bereits im Viewfinder sehen und muss nicht mehr raten, wo sich die Rahmenkanten schlussendlich befinden werden. Die Informationen, die im Viewfinder angezeigt werden, sind ausserdem vollständig konfigurierbar und man kann individuell nach Bedarf auswählen, was man braucht und was nicht. Ich mag auch die zusätzliche elektronische Wasserwaage, die hoffentlich mal ab und zu einen schiefen Horizont verhindert und die mir vor allem in Low-Light Situationen etwas Zeit und Sorgen in der Nachbearbeitung ersparen kann.

Bessere ISO-Leistungsfähigkeit: Die 7D Mark II erreicht zwar trotz viel höherer ISO Leistungsfähigkeit und weniger Rauschen noch nicht ganz die top Bildqualität eines Full-Frame Sensors, aber kommt diesen doch ein riesiges Stück näher. Mit meiner 700D war alles über ISO 400 praktisch unbrauchbar und ich freue mich, in Zukunft auch mal Bilder mit ISO 1600, 3200 oder sogar 6400 zu schiessen und immer noch gute Fotos ohne zu viel störendes Rauschen zu erhalten. Ich fotografiere zwar bei wenig Licht meist immer mit Stativ und belasse die ISO bei 100, aber in gewissen Situationen (Konzerte, Bars, Wildtiere und und und) wird die höhere ISO-Fähigkeit auf jeden Fall unglaublich nützlich sein.

Die 10 Bilder pro Sekunde und der wahnsinnige Autofokus: Je nach dem wie schnell sich ein Motiv bewegt, sind lückenlose Reihenaufnahmen und eine geringe Auslöseverzögerungen ein Muss, damit im Bewegungsablauf nicht der perfekte Moment verpasst wird. Mit 10 Bildern pro Sekunde ist man bei der 7D Mark II bestens bedient und vor allem bei der Tier- und Actionfotografie werde ich diese Funktion lieben. Die 65 Kreuzsensoren garantieren eine Abdeckung des ganzen Bildes und der Joystick mit Auswahlhebel erlaubt schnell und effizient den Fokus genau da zu setzen und zu halten, wo er hin muss.

So, und wie weiter? Für mich geht es bald ab nach Whistler zum Skifahren, wo noch so einige weitere Abenteuer auf mich warten und wo ich die 7D Mark II ausführlich in verschiedenen Situationen testen werde. Ein grösseres Review wird also bald noch folgen.

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