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Trips durch Europa können schnell mal ein wenig langweilig werden. Vor allem, wenn man sich auf einer langen Reise durch die vielen grossen Städte befindet. Eigentlich sind sie ja alle verschieden, doch irgendwie eben auch gleich. Jeden Tag findet man sich vor hübschen Gebäuden wieder, starrt auf die Fassaden und versucht, die Schönheit und Einzigartigkeit in der 100. Kirche zu finden. Versteht mich nicht falsch, Europas Architektur ist erstaunlich. Aber nach einer Weile, beginnen all die Kirchen, Kathedralen, Paläste und Monumente zusammenzufliessen. Man vergisst schnell mal die Wochentage und frag sich, ob man gestern diesen einen Dom, oder doch die blaue Kirche und den Glockenturm anschauen war.

Schönbrunn Palace and a horse

Ich bin eigentlich Verfechterin des langsamen Reisens. Ich mag es, längere Zeit in einem Land zu bleiben, mir Zeit zu nehmen, um die Geschichte zu entdecken, in die Kultur einzutauchen und mit den Einheimischen zu interagieren. Man startet in einer grösseren Stadt oder der Hauptstadt – da Flughäfen sich generell dort befinden – und verlässt diese bald darauf wieder, um die kleineren Orte und alles was dazwischen liegt zu entdecken.

Die Art, wie ich momentan durch Europa unterwegs bin, kratzt hingegen kaum an der Oberfläche. Aber Brendan und ich hatten uns in den Kopf gesetzt, Europa innerhalb eines relativ kleinen Zeitrahmens mit dem Zug zu erkunden (die Transportmittelwahl war jedoch top). Von Berlin, den ganzen weiten Weg hinunter bis nach Istanbul. Unser Zeitplan erlaubt uns daher nicht, gross von den bedeutendsten Städten und wichtigsten Bahnlinien abzuweichen. Alles in allem bin ich also derzeit mittendrin in einer ziemlich gehetzten „Grossstädte Europas“ Reise. Und dann auch noch zu Beginn des Winters.

View over Vienna

Ich hatte schon mehrere Städte hinter mir, als ich in Wien angekommen bin und die Monotonie des Ganzen zu spüren begann. Mein Hirn signalisierte eine Architekturüberlastung und teilte mir mit, dass es doch ganz gerne wieder einmal etwas anderes machen würde. Wolken wogen schwer auf Wien und manchmal war es so dunkel, dass mitten am Tag die Strassenlaternen eingeschaltet werden mussten. Nichts davon half, meine Stimmung zu heben.

Dennoch beschloss ich, das besuchen zu gehen, wofür Wien berühmt ist – die Architektur. Ich begann mit Schönbrunn, einem Schloss, das wie aus einem Märchen entsprungen ist und einst Wohnsitz berühmter Kaiser und Kaiserinnen war. Es ist ein wunderschönes, gelbes Rokoko Gebäude, mit weitläufigen Gärten, Bögen, Säulen, Statuen, Teichen und vielen Pferden mit Kutschen. Ich reiste weiter zur Hofburg, dann zum berühmten Opernhaus und anschliessen zum Schloss Belvedere. Zum Schluss machte ich noch einen Abstecher zum Hunderwasserhaus, einem berühmten Wohnhaus entworfen vom Künstler Friedensreich Hundertwasser. Es war der wahr gewordene Traum eines jeden Architekten.

Hundertwasser house

Für mich war es jedoch eher langweilig. Ich mag es eigentlich nicht, dieses Wort zu benutzen, vor allem da ich mich eigentlich gut unterhalten hatte und die Gebäude natürlich wieder einmal unglaublich schön und beeindruckend waren. Wien hatte jedoch das Pech, die bereits fünfte Grossstadt auf meiner Reise zu sein. Als ich meinen Blick auf das Schloss Schönbrunn warf, hatte ich bereits drei Wochen lang fast jeden Tag Architektursightseeing betrieben.

Ich brauchte eine Veränderung, und ich brauchte sie schnell. Eine kurze Internetsuche ergab, dass es ausser Schnitzel essen und dem Prater – der jedoch drauf und dran war für den Winter zu schliessen – nicht wirklich viele Aktivitäten gab, die von der üblichen Architekturroute abwichen und auch in mein enges Budget passten. Die Lösung für mich waren schlussendlich süsse Äffchen und Quallen.

Monkey at the House of the Sea

Das „Haus des Meeres“ zeigt tropische, sowie einheimische Fische und es hat sogar Haie und Krokodile. Rieseneidechsen und Schlangen ruhen träge in grossen Terrarien und Affen und Vögel bewegen sich völlig frei. Es war genau das, was ich brauchte. Was Zoos betrifft, war dieser ein ziemlich guter und das Haus des Meeres hat noch einen weiteren Bonus: die Panoramasicht auf Wien von der Dachterrasse.

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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