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Ich bin nun seit rund einem Monat in Bali und habe tatsächlich noch nichts darüber geschrieben. Die Wahrheit ist, dass ich mich nicht lange genug von der Couch erheben konnte, um etwas einigermassen interessantes zu produzieren. In meiner Vorstellung hatte ich mir ausgemalt, wie ich meine Tage in Bali an schönen Stränden und mit Ausflügen ins Hinterland zu verbringen würde, was mich dann wiederum dazu inspirieren hätte, tolle Artikel zu schreiben. Die Realität war dann wieder mal etwas anders als erwartet. In der Hoffnung auf eine gute Internetverbindung, haben wir uns mitten im Geschehen in Kuta niedergelassen, eine der wohl dreckigsten und touristischsten Städte in Südostasien. Zudem hat es fast nur geregnet, was uns öfter als uns lieb war die Tage in unseren vier Wänden verbringen liess.

An einem der wenigen durchgehend schönen Tage, sind Brendan, Lauren und ich aus Kuta geflohen und haben uns auf unsere Scooter gesetzt, um in Uluwatu einen der neun hinduistischen Meerestempel zu besuchen, die sich wie eine Kette entlang Balis Küste reihen (Tanah Lot ist ein weiterer Tempel dieser Art). Der Pura Luhur Uluwatu ist zudem einer der bedeutensten Tempel in Bali überhaupt und gehört zu den wichtigen Richtungstempeln, welche die Insel vor bösen Geistern beschützen sollen.

Packt eure Kamera ein, denn für die Aussicht allein lohnt sich ein Ausflug nach Uluwatu.

Cliffs at the Uluwatu Temple

Da zu den Kleidervorschriften im Tempel gehört, dass die Beine bis über die Knie bedeckt sein müssen, werden am Eingang kostenlos violette Sarongs verteilt. Zudem wird jedem Besucher eine knallgelbe zeremonielle Schärpe um die Taille gebunden. So farbig eingekleidet macht man sich dann auf den Weg in den Tempel. Wir haben, um den Menschenmassen und der Hitze möglichst zu entfliehen, den Uluwatu Tempel am Vormittag besucht. Nachmittags und Abends ist die Anlage oft überfüllt, da zu diesen Tageszeiten meist noch traditionelle Tänze aufgeführt werden.

Obwohl wir es trotz Hochsaison geschafft haben, den Tempel praktisch für uns allein zu haben, klebte die Hitze und die Feuchtigkeit förmlich an der Haut. Wie in Bali üblich, erhitzte sich die Luft über den Vormittag hinweg stetig, bis wir schlussendlich komplett schweissüberströmt und von der Sonne rot gebacken aufgeben mussten, um den nächsten Getränkemarkt anzusteuern. Erstaunlicherweise war die Luft, obwohl der Tempel hoch oben auf den Klippen situiert ist, komplett regungslos. Jegliches beten zu den Affengöttern war zwecklos und die erhoffte Meeresbrise – ich wäre schon mit dem Hauch eines Lüftchens zufrieden gewesen – blieb aus.

Monkey

Und dann sind da noch die Affen, welche das Areal bevölkern. Sobald man auf den Parkplatz fährt, sieht man sie schon in den Bäumen und auf den Mauern sitzen. Die sehen zwar ganz süss aus, wie sie sich so die Flöhe aus dem Fell zupfen und ihre kleinen Dödel kratzen, aber sobald man sich zu nahe heranwagt, verwandeln sie sich in furchteinflössende Dämonen aus der Hölle. Wie immer konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, die perfekten Nahaufnahmen zu schiessen und – da Brendan das Zoom-Objektiv benutzte – war ich gezwungen, mich mit meinem regulären Objektiv Zentimeter für Zentimeter anzuschleichen.

Das ging eine Zeit lang gut und ich wurde für meine Tapferkeit auch mit einigen tollen Fotos belohnt. Irgendwann entschied sich der Affe jedoch, dass er nicht länger Model spielen möchte, fletschte die Zähne und sprang in meine Richtung. Dank meines ziemlich guten Reaktionsvermögens und viel Gekreische gab der angriffige Affe dann auch ziemlich schnell auf, Brendan und Lauren kugelten sich jedoch bereits vor Lachen. Die Affen scheinen Besucher, solange sie nicht provoziert werden, jedoch mehrheitlich in Ruhe zu lassen. Es wird aber jedem empfohlen, nichts Glänzendes vor den Augen der Primaten rumbaumeln zu lassen – sonst machen die kleinen Kleptomanen mit den Wertgegenständen schnell mal kurzen Prozess.

Obwohl das Gebetsareal des Tempels für Besucher nicht zugänglich ist und sich der Tempel selber als nicht allzu spektakulär herausstellte, ist Uluwatu doch für einen kurzen Tagesausflug ideal. Geniesst die Fotos!

flower

View of the Uluwatu temple

Woman selling bracelets

View from the temple

Women on their way to the temple

Uluwatu temple

Uluwatu temple

little offering to the gods

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

3 Responses

  1. Marcel

    Sehr schöne Bilder!
    Wir haben den Ausflug auch an einem Vormittag gemacht und es war ziemlich leer. Die Scooter-Fahrt dorthin wurde allerdings von einer Polizeikontrolle mit 300.000 IDR Geldstrafe überschattet 😀 Egal, war ein hammer Ausflug, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.

    Liebe Grüße
    Marcel

    Reply
    • Tiffany

      Danke Marcel. Ist uns auch passiert, wir konnten den Typen aber zum Glück auf 50’000 runterhandeln (ist ja praktisch nichts). Wir haben inzwischen rausgefunden, dass die Polizisten immer an der gleichen Stelle sitzen und wurden seither noch zwei weitere Male aus dem Verkehr gezogen. Wir haben dann jeweils darauf bestanden, dass sie uns ein “Ticket” ausstellen, worauf sie uns dann immer gratis wieder ziehen liessen. War dann wohl doch zu viel Arbeit – oh die Korruption.

      Reply
      • Marcel

        Ja, so werde ich das in Zukunft auch immer machen. Oder einen 2. Geldbeutel einstecken mit nicht ganz so viel Geld und sagen, dass man einfach nicht mehr dabei hat… oder sich ganz wie ein Local einkleiden mit langer Hose und Jacke, um nicht gleich von weitem als “Bule” erkannt zu werden 😀

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