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Gruyères ist ein mittelalterliches Städtchen im französisch sprechenden Teil der Schweiz und befindet sich auf einem kleinen Hügel in einem grünen Bergtal. Es sieht aus wie einer Postkarte entsprungen und zieht Besucher vor allem wegen der grossen Burg, der Kirche, einem hübschen Dorfplatz mit Brunnen und den mit Blumen und Schweizer Fahnen dekorierten, alten Häusern an. Überall wird Fondue serviert und zur Mittagszeit weht ein köstlicher Käsegeruch durch die Gassen. Versteckt in Gruyères ist jedoch auch noch eine ganz andere Welt zu finden.

Sculptures outside the H.R. Giger Bar in Gruyères, Switzerland

Restaurants in the town of Gruyères

Die Aliens: HR Giger Museum und Bar

Käse und mittelalterliche Städtchen erwartet man ja von der Schweiz, aber Aliens? In einem alten Chateau im Stadtzentrum befindet sich eine Bar, die aussieht, als würde man sich im Bauch einer gigantischen Bestie befinden. Die HR Giger Bar ist dem Oscar-prämierten und inzwischen verstorbenen Designer der Alien Filme gewidmet: dem Schweizer Künstler HR Giger. Wirbelsäulen krümmen sich in grossen Bögen um Pfeiler und strecken sich der Decke entgegen. Jedes Detail der Bar ist minutiös durchgeplant, von den Möbeln aus Knochen bis zu den Hieroglyphen auf dem Boden und die erstaunlich bequemen, hohen Lehnstühle machen den Eindruck, als könnte man jeden Moment eingehüllt und gefressen werden. Im angrenzenden Museum können Gigers Skulpturen von Aliens und Predators, Gemälde, die alle möglichen, eigenartigen Weltraum und Zukunftsszenen darstellen und verschiedene Kunstgegenstände, die Giger über die Jahre gesammelt hat, bestaunt werden. Der Ort fühlt sich organisch an, ist oft verstörend aber immer faszinierend. Giger sagte einst: “Ich male nur, was mir Angst macht” und das Zitat findet man überall in den furchteinflössenden Erschaffungen wieder. Leider war es verboten, innerhalb des Museums zu fotografieren und ich kann euch daher keine Bilder der Ausstellung zeigen. Stellt euch jedoch so was ähnliches wie die Bar vor, Räume, die mit allen möglichen Kunstgegenständen aus Gigers faszinierender Karriere gefüllt sind.

Ticketpreis: 12.50 CHF

Bone furniture and vertebrae in the H.R. Giger Bar in Gruyères Switzerland

Bone furniture and vertebrae in the H.R. Giger Bar in Gruyères Switzerland

Baby heads inside the H.R. Giger Bar in Gruyères Switzerland

Der Käse: La Maison du Gruyère

Nachdem ich wieder mal ein typisches Fondue in einem der vielen Restaurants genossen hatte – moitiè-moitiè natürlich, was heisst, dass eine Mischung aus Gruyère Käse und Vacherin Fribourgois verwendet wird – entschloss ich mich zu einem Besuch im La Maison du Gruyère am anderen Ende des Städtchens. Die Käsefabrik ist Teil Ausstellung und Teil Schaukäserei und hier wird auch tatsächlich der beliebte Gruyère Käse hergestellt. Der zugängliche Bereich ist jedoch relativ klein und war, kombiniert mit den vielen Besuchern, etwas zu touristisch für mich. Für die 7 CHF bekommt man aber ein Headset mit Audioinformationen und kann den Herstellungsprozess vom Anfang bis zum Ende mitverfolgen. In der Mitte, hinter grossen Glasfenstern, kann man sehen, wie die Milch in den grossen Bottichen kontinuierlich umgerührt wird und beobachten, wie Angestellte in weissen Overalls die Konsistenz überprüfen und hin und her hetzen. Zweimal im Tag wird die Milch von den lokalen Bauern angeliefert, worauf in den folgenden Stunden insgesamt 48 riesige Käselaibe hergestellt werden. Der Käse wird anschliessend im Keller in endlosen Reihen auf hohen Regalen gelagert. War der Besuch das Geld wert? Jein, es war zwar Unterhaltsam etwas mehr über den Käseherstellungsprozess zu lernen, schlussendlich würde ich jedoch jedem anraten, eine kleinere Käserei in der Umgebung zu finden, die noch nicht so überrannt ist. Wer doch hingeht, sollte zunächst den Zeitplan konsultieren, sodass der Besuch auf den Herstellungsprozess abgestimmt werden kann.

Ticketpreis: 7 CHF

Cheese vat and worker at la maison du gruyère cheese factory

Storage cellar at la maison du gruyère cheese factory

Die Burg: Château de Gruyères

Natürlich habe ich auch noch die dritte Attraktion der Stadt besucht. Das Château de Gruyères ist eine historische Burg aus dem 13. Jahrhundert. Ich habe schon einige berühmte Burgen gesehen, zum Beispiel diejenige in Bled, aber das Château ist eine der ältesten und am besten erhaltenen historischen Stätten der Schweiz und ich habe mich daher dazu entschlossen, auch den Eintrittspreis zu bezahlen um das Gebäude von innen zu sehen. Die Burg war einst das Zuhause der Grafen der Region, aber nachdem Michel, der letzte von ihnen, Bankrott ging, wurde das Bauwerk als Unterkunft für Gerichtsvollziehende und als Sommerresidenz einer reichen Familie genutzt. Rund um die Burg windet sich ein hübscher Pfad, sodass es nicht unbedingt notwendig ist ein Eintrittsticket zu kaufen, aber da doch einige Jahrhunderte an Kultur hier versammelt sind, ist das Château de Gruyères definitiv einen Besuch wert. In den vielen Räumen, Hallen und Gängen können antike Möbel, Rüstungen und Kunstwerke bestaunt werden und draussen lockt der Schlossgarten mit perfekt getrimmten Hecken und vielen aufeinander abgestimmten Blumen.

Ticketpreis: 10 CHF

The castle in Gruyères

Ich liebte den Kontrast zwischen dem traditionellen Schweizer Städtchen und den Aliens. Der Käse war unglaublich gut und mein Magen wurde mit einem der besten Fondues belohnt, das ich je gegessen habe. Da Gruyères ziemlich zentral liegt, hat sich die Stadt als eine tolle Destination für Tagesausflüge aus praktisch der ganzen Schweiz herausgestellt.

Flowers at the castle in Gruyères

the castle garden in Gruyères

Restaurants in the town of Gruyères




Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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