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Paläste. Wien ist voll von ihnen. Es gibt kleine Paläste, grosse Paläste, Sommerpaläste, Winterpaläste, Herrenhäuser, die gerne Paläste wären und die richtig bedeutenden Wohnsitze der ehemaligen Habsburgischen Herrscher. Tatsächlich gibt es in Wien 177 Paläste und Burgen, die alle nur darauf warten besucht und entdeckt zu werden. Alles in allem, ist Wien ist vielleicht nicht die idealste Stadt für diejenigen, die wie ich unter einer Architekturüberlastung leiden.

Für diejenigen, die es mit einer Google-Suche probiert haben, von der Auswahl überfordert waren und jetzt Kopfschmerzen haben, hier die drei wichtigsten Paläste in Wien:

Die Hofburg

Wer denkt, dass 177 Paläste verwirrend sind, der hat noch nie die Hofburg gesehen. Sie ist Wiens komplexer und grosser kaiserlicher Winterpalast und ist ein Leckerbissen für Liebhaber von Architekturchaos. Erbaut im 13. Jahrhundert, wuchs die Hofburg mit der aufsteigenden Habsburg-Dynastie mit. Im Laufe der Jahrhunderte fügte jeder neue Herrscher weitere Flügel, Stallungen, Hallen, Schatzkammern, Museen, Bibliotheken, Plätze und Statuen hinzu. Der Bauboom endete erst im Jahr 1913, mit der Eröffnung des letzten neuen Gebäudes, der Neuen Burg. Das Resultat kann eigentlich nur als Stadt innerhalb einer Stadt bezeichnet werden.

The Hofburg in Vienna

Heute ist die Hofburg die offizielle Residenz des Präsidenten von Österreich und beheimatet mehrere Attraktionen. Zu den wichtigsten zählen die Schatzkammer, wo man die wohl beeindruckendsten Juwelen, Kleider, Schwerter und Zepter auf dem Kontinent bewundern kann. Es gibt sogar ein Einhorn-Horn (wohl eher ein Narwalzahn, aber wer bin ich, romantische Träume zu zerstören), welches angeblich magische Kräfte besitzt. Zur Schlossanlage gehört auch die kaiserliche Kapelle, wo der Wiener Knabenchor jeweils in der Sonntagsmesse singt, die Spanische Hofreitschule, wo Pferdeliebhaber beeindruckenden Vorführungen und Trainingslektionen beiwohnen können und die kaiserlichen Gemächer, wo die berühmten Kaiser und Kaiserinnen einst lebten.

Der Gebäudekomplex beherbergt auch so einige Museen, unter welchen das wohl beliebteste das Sissi Museum ist. Gewidmet ist es einer der wohl romantisiertesten und tragischsten Figuren in der Geschichte, Elisabeth, Franz Josefs Frau und wohl bekannteste Kaiserin Österreichs. Abgesehen davon, dass sie durch ihre böse Schwiegermutter unterdrückt wurde und sehr gut reiten konnte, war sie anscheinend auch sagenhaft schön und verbrachte ihre Freizeit damit, ihre Barbiepuppen-Taille zu perfektionieren und sich die bodenlangen Haare bürsten zu lassen.

Ich fand die Hofburg jedoch dunkel und deprimierend, mit einem etwas grimmigen Aussehen. Eine Seite des Gebäudes wurde komplett in einen grossen Parkplatz umfunktioniert, was viel von der Schönheit des Schlosses wegnimmt. Die Gärten sind klein und die düsteren Fassaden dominieren. Schlussendlich habe ich nicht viel Zeit dort verbracht und es war ehrlich gesagt der trostloseste der drei Paläste.

Schloss Schönbrunn

Das Schloss Schönbrunn ist die wohl berühmteste Sehenswürdigkeit in Wien und das komplette Gegenteil der dunklen und düsteren Hofburg. Der kaiserliche Sommerpalast ist in einem fröhlichen gelben Ockerton gehalten und ist derart luftig und hübsch, dass er sogar an einem regnerischen, dunklen Tag einen Besuch wert ist.

Schönbrunn Palace

Die Schlossanlage ist massiv und beherbergt eine Orangerie, ein Palmenhaus, einen botanischen Garten, den Tiergarten (Wiens Zoo und die ehemalige kaiserliche Menagerie), die Gloriette, ein Marmor-Sommerhaus auf der Spitze des Hügels und römische Ruinen. Natürlich sind die römischen Ruinen nicht wirklich aus der Römerzeit, sondern entstammen dem Romantizismus, wo es als „total in“ galt, mit übrig gebliebenen Baumaterial Strukturen in der zerfallenen Pracht Roms zu erstellen.

Der Palast war der Austragungsort vieler grosser imperialer Bälle, Bankette und Empfänge. Es war hier, wo der 6-jährige Mozart vor dem versammelten Hof spielte, wo Kaiserin Maria Theresia geheime Treffen mit Fürst Kaunitz abhielt und wo der letzte der Habsburger Herrscher das Dokument seiner Abdankung unterzeichnete. Schönbrunn hat 1441 Zimmer, die allesamt im originalen Rokokostil erhalten wurden und von denen 40 besichtigt werden können.

Das Schloss Belvedere

Das Belvedere besteht aus zwei barocken Gebäuden, einem Stall, einer Orangerie und einer grossen Gartenanlage. Vom wohl bekanntesten österreichischen Militärkommandanten Prinz Eugen von Savoyen in Auftrag gegeben, diente es in späteren Jahren unter anderem auch als Residenz des Thronfolders.

Belvedere Palace

Obwohl der untere Palast, wo sich einst die Wohnräume befanden, durchaus beeindruckend ist, ist es der viel grössere obere Palast, wo die Bälle und Empfänge abgehalten wurden, der mit seiner Grandeur die Besucher besticht.

Das Schloss Belvedere war mein heimlicher Favorit unter den drei Palästen. Es ist nicht so beeindruckend wie Schönbrunn und nicht so gigantisch wie die Hofburg, hat aber genau deshalb weit weniger Besucher und man hat das Schloss auch an schönen Tagen fast für sich.

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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