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Nachdem wir mit VIA Rail endlich in Alberta ankamen, wurden Brendan und mir für ein Projekt ein 2014 Volkswagen Touareg zur Verfügung gestellt und wir wurden zwei Nächte in der Buffalo Mountain Lodge untergebracht. Wir sollten die schönsten Orte des Banff National Park fotografieren und entdecken gehen. Da dieser kurze Road Trip nur drei Tage dauerte, mussten wir entsprechend minutiös planen, um all die atemberaubenden Landschaften während der korrekten Tageszeit in den goldenen und blauen Stunden fotografieren zu können. Zusätzlich mussten wir trotzdem noch genug Schlaf zu kriegen, um auch den Rest des Tages wach genug zum Wildtiere beobachten und Wandern zu sein.

Canoe rental place at Lake Louise very early in the morning

Wenn du wenig Zeit hast, den Banff National Park vielleicht nur über ein verlängertes Wochenende entdecken willst oder einfach etwas Inspiration brauchst, ist dieser Artikel genau das richtige für dich. So haben wir’s gemacht:

Tag 1: Anfahrt nach Banff, Johnston Canyon und Fotografieren bei Morant’s Curve

Bevor ich dir aber mehr über die verschiedenen Locations im Banff National Park erzähle, will ich dir zuerst unser Fahrzeug und die Unterkunft etwas näher bringen.

Das Auto: Achte auf den Kraftstoffverbrauch

Oh, wie ich wünschte, dass wir in der Lage gewesen wären dieses Auto auf unserer Reise durch Island zu fahren, wo uns der günstige Mietwagen schlussendlich ein Vermögen an Benzin kostete.

Wir erhielten also einen 2014 Volkswagen Touareg für unseren kurzen Road Trip und das Execline Auto, welches vor unserer Tür abgeliefert wurde, stellte sich als das perfekte Fahrzeug heraus. Es war nicht nur elegant, glänzend und hübsch – nein, was mir am Touareg am besten gefiel war der niedrige Kraftstoffverbrauch. Dies ist bei jedem Road Trip wohl einer der wichtigsten Faktoren die es zu beachten gibt. Wir fuhren in unserem Diesel-Auto von Calgary bis nach Banff, dann kreuz und quer für drei Tage durch den Banff National Park und zurück nach Calgary und hatten immer noch einen Viertel des Tanks übrig. Wir waren also in der Lage bequem und ohne uns ums Tanken kümmern zu müssen mehr als 700 Kilometer zu fahren, was ziemlich beeindruckend für ein 240 PS Auto mit einem Drehmoment von 406 ist.

Das GPS war auf jeden Fall ein Bonus und das grosse Schiebedach, welches entlang der ganzen Länge des Autos verlief, war perfekt für einen Panoramablick auf die Rockies. Die Sitz-, Lenkrad- und Windschutzscheibenheitzung waren erstaunlich nützlich während unserer frostigen, frühmorgendlichen Sonnenaufgangsausflüge und alles in allem hat sich der Volkswagen Touareg als ideal für kalte Klimazonen und bergige Strassen herausgestellt.

Our ride on the 3 day road trip to Banff National Park: The Volkswagen Touareg 2014

Die Unterkunft: Finde eine Lodge mit Bergfeeling

Zu einem Road Trip in die Berge gehört natürlich auch eine Unterkunft mit viel Holz, Kaminen, flauschigen Bettdecken und vorzugsweise auch noch einem dampfenden Whirlpool. Wann immer ich Banff besuche finde ich die Hotels direkt im Dorf zu touristisch und laut und ziehe es stattdessen vor, etwas ruhiger und abgelegener zu übernachten. Wenn ich am Morgen aus dem Fenster schaue möchte ich die Sonne hinter dichten Wäldern aufgehen sehen, die zerklüfteten Berge bewundern und mich so fühlen, als gäbe es da draussen nur mich und die Wildnis. Die grossen Touristengruppen, die der Banff Avenue entlangstreifen und die vielen Tourbusse, die zu jeder Tageszeit ankommen sind mir einfach zu hektisch.

Es gibt eine Menge Lodges und Hotels, die genau das bieten, und unter ihnen befindet sich die Buffalo Mountain Lodge. Die Lodge ist der ideale Ausgangspunkt für weitere Entdeckungsausflüge in den Banff Nationalpark und sie ist ruhig an den Hängen des Tunnel Mountain gelegen, weitab von den Massen von Banff, aber immer noch nahe genug am Dorf, um dessen Vorteile geniessen zu können. Sie bietet zudem all die Annehmlichkeiten, die zum Bergfeeling einfach dazu gehören, von den knisternden Feuern in den Kaminen zum beheizten Whirlpool. Wir hatten ursprünglich geplant in Banff selber zu essen, nachdem wir aber in der Lodge eine Platte mit Elchsalami, Ente, Büffel und ein paar anderen ausgewählten Teilen genossen hatten, konnten wir es nicht lassen in den folgenden Tagen auch noch den bis zur Perfektion gebratenen Lachs, Gemüsequiche und das klassische Alberta-Rindfleisch zu probieren. Ernsthaft, meine Komplimente an den Koch der Buffalo Mountain Lodge, das Essen war so unglaublich lecker, dass dieser es geschafft hat uns für praktisch jede Mahlzeit wieder zurück in die Lodge zu locken.

Lots of wood, cozy furniture and a fireplace in the Buffalo Mountain Lodge Room.

Buffalo Mountain Lodge in Banff after sunset.

Johnston Canyon

Nach der Fahrt von Calgary nach Banff und nachdem wir unser Gepäck in der Lodge deponiert hatten, entschieden wir uns eine leichte Wanderung zu unternehmen. Der Johnston Canyon beherbergt eine beliebte Tageswanderung, welche zunächst zum unteren Wasserfall führt (1.1 km), sich weiter zu den Upper Falls zieht (weitere 1.5 km) und schliesslich bei den Ink Pots, einigen smaragdgrünen Pools, endet. Da wir nicht genügend Zeit für die komplette Wanderung hatten, beschlossen wir nur zu den ersten beiden Wasserfällen zu wandern, ein Trip welcher etwa 2.5 Stunden in Anspruch nahm, natürlich wieder inklusive vieler Fotostopps.

Da es Herbst war, war der Wanderweg durch den Wald und auf den Laufstegen entlang der Felswände angenehm ruhig und nur von vielen Eichhörnchen und einigen wenigen Wanderern bevölkert.

Johnston Canyon Walkway

Smaller Waterfall seen on the hike to the upper falls in Johnston Canyon

The lower waterfall in Johnston Canyon.

Morant’s Curve

Morant’s Curve oder Morant’s Kurve befindet sich am westlichen Ende des Boy Valley Parkway, kurz bevor man Lake Louise erreicht. Es ist der Ort, wo der berühmte Fotograf Nicholas Morant seine bekannten Fotografien für die Canadian Pacific Railway aufnahm. In der Mitte des 20. Jahrhunderts gingen diese Werbefotos von den alten Zügen vor einer dramatischen Bergkulisse um die Welt und wir beschlossen, es Morant gleich zu tun und ebenfalls einige Fotos am selben Ort zu schiessen.

Es braucht etwas Geduld bis man hoffentlich einen aus Osten kommenden Zug erspäht, der direkt neben dem Bow River um die Kurve fährt. Wir hatten aber Glück und sahen während der zwei Stunden die wir rund um den Sonnenuntergang dort verbracht haben drei Güterzüge, die sich allesamt als tolles Fotomotiv herausstellten.

Morant's Curve in Banff National park with a red cargo train coming through.

Tag 2: Früh aufstehen für Moraine Lake, der Sulfur Mountain, Wildtierbeobachtung and Sonnenuntergang bei den Vermillion Lakes

Moraine Lake

Moraine Lake im Tal der zehn Gipfel steht ganz oben auf der Liste meiner Lieblingsorte und ist auf jeden Fall einer der besten Orte der Welt, um den Sonnenaufgang zu geniessen. Die gezackten Berge umgeben das stille Wasser und die leuchtend blaue Farbe des Sees reflektiert die verschneiten Gipfel wie ein Spiegel. Wir kamen am berühmten Bergsee in kompletter Dunkelheit an und sahen zu, wie die aufgehende Sonne langsam die Bergwelt um uns herum beleuchtete. Und das Beste am Sonnenaufgang war, dass obwohl Moraine Lake in der Mitte das Tages total überrannt ist, wir den See früh am Morgen ganz für uns selber hatten.

View of Moraine Lake and the Valley of the Ten Peaks early in the morning at sunrise. Moraine lake in autumn or fall.

Sulfur Mountain

Nach der Fahrt zurück nach Banff und einem deftigen Frühstuck beschlossen wir, mit der Banff Gondola auf den Sulfur Mountain zu fahren, um den Nationalpark auch mal aus der Vogelperspektive bewundern zu können. Auf dem Gipfel angekommen konnten wir dann sehen, wie sich die Berglandschaft in alle Richtungen ausbreitet und Banff mit dem Bow River, dem Banff Springs Hotel und dem Goldplatz sahen aus wie kleine Spielzeughäuser in ein einem Meer aus Bäumen. Der Schwefelberg stellte sich jedoch als kurzer Ausflug heraus und wir kehrten schon bald darauf für etwas Entspannung nach Banff zurück.

View of Banff and Bow River from above as seen from Sulfur Mountain.

Sulfur Mountain Gondola Station

Wildtierbeobachtung

Einige Stunden später, während der angeblich aktiveren Zeit der Wildtiere am späteren Nachmittag, packten wir die 70-200mm Objektive ein und versuchten die berühmte Tierwelt ausfindig zu machen. Einer der besten Beobachtungsspots im Banff National Park ist der Bow Valley Parkway, wir fanden jedoch schlussendlich den schwer zu findenden Bären und den Elch bei den Vermillion Lakes – genau der Ort, wo wir sowieso für den Sonnenuntergang hin wollten und der für die vielen Tiersichtungen berühmt ist.

Der Bär war damit beschäftigt die letzten Beeren der Saison von den Stauden zu mampfen und kümmerte sich kaum um uns oder unsere Kameras. Der Elch hingegen sah etwas mitgenommen aus und schien gerade von einem rauen Kampf zurückgekehrt zu sein. Er verschwand schnell wieder im Dickicht des Waldes.

A Black Bear eating berries at Vermillion Lakes just outside of Banff.

Male Elk in the forest after a fight with another male.

Vermillion Lakes

Wir entschieden uns die Vermillion Lakes während der goldenen Stunde zu fotografieren, da die Seen eine der bekanntesten Aussichten im Banff National Park zu bieten haben und sich ausserdem nur Minuten ausserhalb von Banff selber befinden. Ehrlich gesagt war es der perfekte Ort, um den Tag nach dem frühen Aufstehen und den vielen Aktivitäten zu beenden.

Wenn es windstill ist und das Wasser ruhig ist, spiegeln die Seen wunderschön Rundle Mountain in der spiegelglatten Oberfläche. Die Feuchtgebiete rund um die Seen sind ideal für Tierbeobachtungen, hingegen weniger für das Aufstellen von Stativen und dem Vermeiden von nassen Füssen. Die resultierenden Bilder der Vermillion Lakes mit Rundle Mountain im Hintergrund, die perfekte Spiegelungen und die schöne Landschaft sind jedoch die feuchten Socken allemal wert.

Sunset over Vermillion Lakes with the reflection of Mount Rundle in the water.

Tag 3: Früh aufstehen für Lake Louise, Kanufahren und Fahrt zurück nach Calgary

Lake Louise

Wie Moraine Lake ist auch Lake Louise ein grossartiger Ort für Sonnenaufgänge im Banff National Park. Um das gute Licht einzufangen, den Menschenmassen zu entgehen und die Berggipfel und den Queen Victoria Gletscher in orangen und gelben Farben erstrahlen zu sehen, kamen wir wieder einmal in pechschwarzer Nacht vor Ort an. Auch Lake Louise ist ein Gletschersee, der aufgrund des Gesteinsmehls, welches im Wasser schwebt und das Licht reflektiert, Besucher mit seiner satten türkisen Farbe erstaunt. Das türkisfarbene Wasser erwies sich dann auch als beeindruckender Kontrast zu den orangefarbenen Bergspitzen und dem beleuchteten Kanuverleih am Ufer.

Bevor es schlussendlich zurück nach Calgary ging, nutzten wir die Gelegenheit um an einer berühmten, wenn auch teuren Aktivität teilzunehmen: dem Kanufahren auf dem Lake Louise. Wir mussten zwar 45 Dollar für eine halbe Stunde paddeln aushändigen, konnten aber eine ganz neue Sicht auf den See geniessen.

The moon sets over Lake Louise very early in the morning before sunrise.

The sun illuminates the mountain peaks behind Lake Louise just after sunrise.

Canoeing on Lake Louise with Queen Victoria Glacier in the background




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