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Was sind Silhouetten? Normalerweise würde man ja einen Blitz mitbringen, wenn man vorhat direkt in die Sonne zu fotografieren. Die Silhouetten-Fotografie hingegen nutzt das starke Gegenlicht, um die perfekten Umrisse zu kreieren. Silhouetten sind detaillose Umrisse vor einem helleren Hintergrund und da sie so einiges der Vorstellungskraft überlassen, können sie dem Foto eine tolle Stimmung anfügen.

Wie man Silhouetten fotografiert

Silhouetten fotografieren ist einfach, wirklich. Mit diesem kurzen Silhouetten Tutorial zeige ich dir, auf was du achten musst, um den perfekten Umriss festzuhalten.

Abgrenzung, Abgrenzung, Abgrenzung

Da die perfekte Silhouette tiefschwarz ist und einen starken Kontrast zwischen hell und dunkel aufweist, ist es wichtig ein Subjekt zu finden, welches sich gut vom Hintergrund abhebt. Oft wird daher das Subjekt vor dem offenen Himmel platziert und die Lichtquelle, zum Beispiel die Sonne oder der Mond, befindet sich irgendwo im Hintergrund.

Silhouette Joshua Tree in Joshua Tree National Park

Dies ist ein Foto aus dem Joshua Tree National Park, welcher den einzigartigen Josuabäumen gewidmet ist. Jedoch sind die Wolken im Hintergrund etwas störend und überlappen sich mit dem kleineren der zwei Bäume.

Zum Beispiel wäre es störend, wenn man die Silhouette einer Person fotografiert, sich im Hintergrund aber Äste überlappen und mit der Silhouette verschmelzen. Stattdessen macht man sich am besten über die Komposition etwas mehr Gedanken, findet ein offenes Stück Himmel und rahmt die Person mit den Ästen ein. Dies kreiert einen aufgeräumten, ordentlichen Look und verhindert, dass Objekte im Hintergrund mit der Silhouette zu einem undefinierbaren Etwas verschmelzen.

Tipp: Ziel ist ein ordentlicher Look ohne störende Elemente. Kreiere eine Silhouette, die sich klar vom Hintergrund abhebt.

Da erreicht werden will, dass die Silhouette so richtig hervorsticht und klar definierte Umrisse hat, ist es eine gute Idee sich hinzuknien und aus einem tieferen Winkel zu fotografieren. Dies maximiert auch den Himmel der einem zur Verfügung steht und verhindert, dass zu viel Boden in das Foto mit einbezogen wird. Es muss natürlich nicht immer der Himmel sein, Wasser funktioniert für Silhouetten zum Beispiel auch sehr gut.

Finde das richtige Licht

Licht spielt natürlich bei der Silhouetten-Fotografie eine riesige Rolle. Daher ist es wichtig das richtige Licht zu erkennen und gleichzeitig alles, was man bisher über die Fotografie zu wissen geglaubt hat, über Bord zu werfen. Um diese hübschen Umrisse entstehen zu lassen, muss man nämlich direkt in helles Hingergrundlicht fotografieren, welches deutlich heller ist als der Vordergrund.

Tipp: Silhouetten benötigen vor allem starkes Gegenlicht ohne Frontlicht.

Generell herrschen die besten Lichtverhältnisse für Silhouetten rund um Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang, wenn farbige Wolken den Himmel noch mit diesem gewissen Etwas erstrahlen lassen. Schlussendlich funktioniert aber jede Lichtsituation, in der der Hintergrund um ein vielfaches heller ist als der Vordergrund. So kann man zum Beispiel auch mitten in der Nacht Silhouetten erschaffen.

Zum Beispiel habe ich kürzlich diese tollen Felsformationen im Joshua Tree National Park entdeckt, über die sich die Milchstrasse in all ihrer Schönheit spannte. Der Vordergrund war dunkel genug und das Licht der Sterne war ausreichend hell, um eine pechschwarze Silhouette der Felsformation zu erzeugen.

Milky Way over Joshua Tree National Park rock formations

Die Silhouette sollte leicht erkennbar sein

Lass den Betrachter deines Fotos die Details mit der eigenen Vorstellungskraft ergänzen, aber lass ihn nicht wundern, was denn der dunkle, unförmige Umriss im Bild überhaupt darstellen soll. Wie schon erwähnt musst du verhindern, dass Hintergrundobjekte mit deiner Silhouette überlappen und es ist wichtig, jegliche störenden Elemente aus der Komposition zu entfernen. Bewege dich hin und her, um den bestmöglichen Winkel für dein gewähltes Subjekt zu finden.

Tipp: Deine Silhouette sollte allein durch ihre zweidimensionale Form leicht erkennbar sein.

Fast alles kann in eine Silhouette verwandelt werden, der Trick ist jedoch ein Subjekt zu finden, welches leicht erkennbar ist und aus der Szene hervorsticht. Beim fotografieren von Menschen kann es interessant sein, diese in der Profilansicht zu zeigen, um so die Person einfacher als solche zu identifizieren. Auch alle anderen Elemente, die in eine Silhouette verwandelt werden können, sollten natürlich ebenfalls nur schon durch ihre zweidimensionale Form leicht erkennbar sein. Zum Beispiel ist es einfach ein Fahrrad, einen Baum oder ein Kamel anhand des Umrisses zu erkennen, wobei man jedoch bei einem langweiligen, quadratischen Gebäude mehr Mühe hat zu sehen, was genau abgebildet ist.

Photographer Silhouette in front of a storm

Die technische Seite der Dinge

Das wichtigste zuerst. Wie wählt man bei so viel Gegenlicht und null Frontlicht die richtige Belichtungseinstellungen? Möchte man sich auf den Belichtungsmesser verlassen, bestimmt man die richtige Belichtung indem man einen helleren Teil des Himmels (oder Bildes) misst und korrekt belichtet. Ausserdem muss man sicherstellen, dass die Silhouette um etwa zwei Blendenstufen unterbelichtet ist. Schiesse ein Testfoto und überprüfe die Einstellungen.

Diese Methode mit dem Belichtungsmesser kann jedoch etwas zeitaufwendig sein, vor allem wenn man kaum mit diesem arbeitet und sich nur wenig auskennt. Daher gibt es auch noch eine zweite Vorgehensweise, um die korrekte Belichtung des Bildes zu bestimmen. Dafür braucht es eine Kamera mit Live-View (haben inzwischen praktische alle) und Manuellprogramm. Setze die Kamera also auf ein Stativ, wechsle zum Manuellmodus und schalte Live-View ein. Anschliessend wählst du die gewünschte Blendeneinstellung, hältst die ISO so tief wie möglich und spielst dann mit der Verschlusszeit so lange rum, bis du den gewünschten Effekt erzielt hast.

Was die Blendenzahl angeht, ziehe ich persönlich Fotos vor, bei denen sowohl die Silhouette, als auch alle Elemente rund herum gestochen scharf im Fokus sind. Daher fotografiere ich Silhouetten grundsätzlich mit f/8 oder höher. Die Ausnahme sind Sternenfotos, bei denen ein tiefer Blendenwert notwendig ist oder gewisse Situationen, bei denen eine ungewöhnlichere Blendenzahl ästhetisch reizvoll ist.

Bedouins and camels in Wahiba Sands. Photography Partial Silhouette.

Hier habe ich eine Teilsilhouette mit Beduinen und Kamelen in Omans Wahiba Sands Wüste geschaffen.

Die Teilsilhouette

Natürlich darf bei einem Tutorial über Silhouetten auch der Abschnitt über das Regelbrechen nicht fehlen. Teilsilhouetten brechen die Regeln, da sie eben nicht komplett schwarz und zweidimensional sind.  Da sie etwas mehr Details erlauben und dem Tiefschwarz einen Hauch von Dreidimensionalität verleihen, können Teilsilhouetten durchaus eine kraftvolle Geschichte erzählen. In gewissen Situationen sind sie also eine interessante Alternative zu der herkömmlichen Silhouette.

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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