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Drei Worte: Katzen in Bücherläden. Ja, das gibt’s wirklich, zum Beispiel in Tiong Bahru. Aber alles der Reihe nach…

Es ist kurz nach Mittag, als ich mich mit der U-Bahn nach Tiong Bahru aufmache, mit dem Ziel rumzuwandern und im einen oder anderen Café einzukehren um mich mit Nachtisch zu versorgen. Die Zuckerliebhaberin in mir ist begeistert, ich habe nämlich gehört, dass es da, inmitten von Wohnhäusern und ziemlich versteckt, eine lebendige Kaffee-Kultur gibt. Nicht mal die Kamera habe ich eingepackt, wollte ich doch nur schnell hin, Bauch füllen und wieder zurück in die Innenstadt von Singapur.

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Nach einem kurzen Halt im Drip’s Bakery Café, bin ich dann auch bald wieder auf der Strasse und wandere in die generelle Richtung der nächsten U-Bahn Station. Doch dann erspähe ich es. Ein weisses Schild mit grüner Aufschrift.  “Books Actually” heisst es da und daneben glänzen im Schaufenster einladend stapelweise Bücher.

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Ich vermisse zwar selten ein Zuhause, hingegen öfters mal meine Bücherregale.  Obwohl ich einen Kindle mit hunderten elektronischen Büchern um die Welt schleppe, ist es halt schon etwas ganz besonderes, ein echtes Buch in den Händen zu halten, den Duft des Papiers einzuatmen und ihm nach dem Genuss stolz einen speziellen Platz im Bücherregal zuzuweisen.

Ich brauche nicht mal den Bruchteil einer Sekunde, um zu entscheiden, dass ich da einfach rein muss und streiche in Gedanken schon mal provisorisch die restlichen Pläne des Tages. Der Laden ist typisch alternativ angehaucht, ein unabhängiger Buchladen, der sich auf Belletristik und Erzählliteratur spezialisiert hat und besonders viele Gedichte, Essays und Kurzgeschichten zu führen scheint. Unterstützt werden insbesondere lokale Autoren aus Singapur, deren Werke dann auch mit dem hauseigenen Verlag Math Paper Press publiziert werden. Die meisten der Bücher, die es hier zwischen Taschen, Stiften, Postkarten, Tassen und allen möglichen Vintage Gegenständen zu kaufen gibt, sind nur in diesem einen Buchladen erhältlich und können so anderswo gar nicht gefunden werden.

Mein Sammlergen wird natürlich sofort aktiviert und ich sehe mich vor dem inneren Auge schon mit zwei vollgestopften Taschen aus dem Laden spazieren. Ich beschliesse, trotz Gepäckgewicht welches sich langsam beängstigend nahe an der 20kg Grenze bewegt, ein Buch zu kaufen. Während ich mich durch die engen Gänge des Ladens bewege, bemerke ich, wie sich da am Boden etwas bewegt. Eine Katze putzt munter ihre Pfote, welche sie dann auch umgehend absetzt um mir einen erwartungsvollen Blick zu zuwerfen. Ich muss streicheln. Kurz darauf erscheint eine zweite Katze und ich wundere mich, wie viele denn in diesem Buchladen ihr Zuhause gefunden haben.

Ich lasse die Katzen wieder Katzen sein (glaubt mir, es war nicht einfach) und stürze mich erneut auf die Bücherstapel.

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Dann ziehen Worte meine Aufmerksamkeit auf sich.

“If birds could travel between universes and timelines, what might they see in alternate versions of Singapore?” – The Ayam Curtain

Der Satz hat fasziniert, seit ich ihn am Anfang eines kleinen weissen Buches mit einem metallenen, roten Vogel auf dem Umschlag erspäht habe. Eingeteilt in der Kategorie “Microfiction”, beinhaltet das Buch an die 40 Kurzgeschichten über alternative, utopische, oftmals dystopische oder einfach nur komplett verwirrend-verrückte Versionen von Singapur. The Ayam Curtain, editiert von June Yang und Joyce Chng hat sich dann auch innert Stunden zu einem meiner Lieblingsbücher entwickelt.

Ich kann einen Besuch im Books Actually jedem nur ans Herz legen. Den Laden, samt Buch, findet man hier:

9 Yong Siak Street
Tiong Bahru
Singapur

Über den Autor

Tiffany is a Swiss travel writer, digital nomad, and photographer, who, after a fateful journey through Africa, has decided to get her passport renewed, sell all her junk, and live out of a suitcase in various corners of the world, as well as share the experiences with other travel enthusiasts. This blog is intended to inspire you to pack your bags, leave everything behind for a while, and make you go discover the world. Check her out on .

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